Wussten Sie schon, ...

Auch am Nürburgring gibt es einige Dinge, die man vorher nicht wusste - die aber sehr interessant sind!


Hier mal eine kleine Übersicht.





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... dass in Adenau Fußgängerbrücken gebaut werden mussten?

Mitte der 30er Jahre gab es bei den Rennen am Nürburgring einen solch großen Andrang, dass in Adenau Holzbrücken über die Hauptstraße gebaut werden mussten, damit Fußgänger problemlos die Straße überqueren konnten. Diese Brücken wurden von Pionieren gebaut, für die es gleichzeitig eine gute Übung war.


... dass statt des Mercedes-Turms eigentlich ein Rondell mit Restaurant gebaut werden sollte?

Noch im August 1926 sahen die Pläne für die Start- und Zielanlage vor, dass an der Stelle, an der von der Eröffnung des Rings 1927 bis zum Bau der GP-Strecke (ab 1982) der Mercedes-Turm stand, ein Rondell gebaut werden sollte, das ein Restaurant beherbergt.


... dass es in Adenau einen Dr.-Creutz-Platz gibt?

Zu Ehren von Dr. Otto Creutz, dem letzten Landrat des ehemaligen Landkreises Adenau (1924-1932) und Erbauer des Nürburgrings, wurde in Adenau ein Platz benannt. Dieser befindet sich in der Nähe der Kirchen in Adenau, mittlerweile findet sich auf diesem Platz ein Supermarkt.


... dass das Eröffnungsdatum des Nürburgrings 1927 verschoben wurde?

Noch im Januar 1927 waren die Eröffnungsfeierlichkeiten für die neue Strecke für den 11. und 12. Juni 1927 vorgesehen, bekanntermaßen fanden die Feierlichkeiten jedoch am 18. und 19. Juni 1927 statt. Die Eröffnung wurde verschoben, damit die Eröffnungsrennen nicht mit einer anderen Rennveranstaltung auf einer anderen deutschen Strecke kollidieren.


... dass die Start- und Zielanlage eigentlich am Streckenabschnitt Ex-Mühle gebaut werden sollte?

Die ursprüngliche Planung sah vor, dass die Start- und Zielanlage des Nürburgrings an der Ex-Mühle gebaut werden sollte. Aus offiziellen Dokumenten geht hervor, dass der Bauer, dem die betreffenden Grundstücke gehörten, diese aber nicht freigeben wollte.


... dass während des Zweiten Weltkriegs Bücher aus der Universitäts- und Landesbibliothek Bonn ins Sporthotel am Nürburgring ausgelagert wurden?

Während des 2. Weltkriegs wurden Teilbestände der Universitäts- und Landesbibliothek Bonn ins Sporthotel "Tribüne" am Nürburgring gebracht, um sie dort vor dem Krieg zu schützen. Mehr Infos darüber bietet der Artikel "Bücher im Sporthotel" von Dr. Michael Herkenhoff, zu lesen auf der Sonderseite Historische Haupttribüne (Klick!).


... dass es früher "Haltebuchten" an der Nordschleife gab?

Solche "Haltestellen", die Bushaltestellen ähnelten, gab es beispielsweise am Streckenabschnitt Kottenborn (mehr dazu: Kottenborn (Klick!)) und zwischen Kallenhard und der Spiegelkurve.


... dass es früher Fernsehtürme bzw. -übertragungsstellen gab?

An folgenden Stellen gab es früher (heißt: wohl bis in die 80er) Fernsehübertragungsstellen:
- Start- und Zielplatz
- Quiddelbacher Höhe/Flugplatz: Auf der "Hütte am Flugplatz"
- Ausgang Breidscheid/Ex-Mühle-Kurve (Turm auf der Außenseite)
- Steilstreckenkurve am Hang, etwa auf halber Höhe der Steilstrecke
- Karussell (Turm, außen)
- Brünnchen
- Pflanzgarten
- Schwalbenschwanz (Turm nach der scharfen Links, innen).

... dass es früher Zuschauerbrücken über die Strecke gab?

Von diesen Zuschauerbrücken über die Strecke gab es zwei Stück, und zwar die Continental-Brücke hinter dem Streckenabschnitt Flugplatz und die Dunlop-Brücke zwischen Karussell und der Hohen Acht. Diese waren aus Holz und dienten dazu, dass Zuschauer auch auf die gegenüberliegende Streckenseite kommen konnten.


... dass das Karussell nicht von Anfang an eine Steilkurve war?

Anfangs war das Karussell nicht als Steilkurve geplant. Erst Anfang der 30er Jahre begannen Rudolf Caracciola und seine Mechaniker zu testen, ob man das Karussell auch innen fahren kann - so entstand die Steilkurve, die 1936 dann als solche angelegt wurde; 1964 wurde es wieder umgebaut. Zu Ehren von Rudolf Caracciola wurde das Karussell 2006 in Caracciola-Karussell umbenannt.


... dass es mehrere Sprunghügel auf der Nordschleife gab?

Mittlerweile gibt es nur noch an Pflanzgarten I und II "richtige" Sprunghügel. Vor dem großen Umbau ab 1970/71 gab es aber mehrere, unter anderem zwischen Kottenborn und Schwedenkreuz, zwischen Kesselchen und Klostertal, an der Auffahrt zum Karussell, im Brünnchen und am Schwalbenschwanz. Diese wurden aus Sicherheitsgründen dann aber abgetragen; Ansätze sind aber noch an den Stellen zu erkennen, vor allem vor dem Karussell.


... dass es früher einen Nürburgring-Ring gab?

Den Siegern von großen Rennen wurde früher der sog. "Nürburgring-Ring", ein Siegerring, verliehen. Erstmals bekam Rudolf Caracciola 1928 einen solchen verliehen, die Reihe geht bis 1978. Mittlerweile wird von der Nürburgring GmbH ein neu aufgelegter "Nürburgring-Ring" verliehen an Menschen, die Großes für den Ring getan haben.


... dass die Südschleife - zumindest zum Teil - noch befahrbar ist?

Spätestens seit den großen Umbauten ab 1970/71 wurde die Südschleife nur noch selten genutzt. Heute ist die Südschleife jedoch noch nicht ganz verschwunden: Ein Teil ist neu asphaltiert worden und dient nun als Landstraße zwischen Müllenbach und der GP-Strecke (K72), ein weiterer Teil (ab Bocksbergkurve) gehört zum Gewerbegebiet "Alte Südschleife" in Müllenbach, ein weiterer, original erhaltener Teil liegt noch parallel zur Landstraße L93. Dieser Teil ist leider nur sehr kurz, die Streckenführung an sich ist aber noch erhalten geblieben, sie wurde neu asphaltiert und dient als Zufahrt zu Parkplätzen.
Ein Streckenpostentelefon der Südschleife ist noch erhalten geblieben, und zwar steht dieses schräg gegenüber der Einfahrt zum Campingplatz Müllenbach. Ein Foto davon findet Ihr auf der Seite Fundstücke (Klick!)!

Mehr zur Südschleife finden Sie auf der Seite zur Südschleife (Klick!)!


... dass das Brünnchen vorher ganz anders ausgesehen hat?

Und zwar ging die Strecke ebenerdig von Eschbach bis etwa Anfang/Mitte der kurzen Gerade im Brünnchen und fiel von dort steil ab (weiterer, nicht mehr vorhandener Sprunghügel). In Höhe der Brücke hatte die Strecke dann wiederum in etwa das heutige Höhenniveau. Aufgrund der steigenden Geschwindigkeiten wurde dieser Sprunghügel wegen der direkt danach folgenden Rechtskurve aber zu gefährlich und wurde im Rahmen der Entschärfungsmaßnahmen seit 1970/71 umgebaut.

Ebenso anders als heute war auch der Zuschauerplatz: dort, wo heute der große Parkplatz ist, war früher Wald. Die Zuschauer standen ungeschützt hinter einem kleinen Graben, aber direkt an der Strecke.


... dass auf der Steilstrecke noch der Originalbelag von vor über 80 Jahren liegt?

Da die Steilstrecke nur bei Industrie-/Test-/Versuchsfahrten bzw. später gar nicht mehr genutzt wurde, musste auch kein Belag erneuert werden: Dort findet man noch die original Beton-Rillenplatten aus den 20er Jahren.


... dass es noch alten Belag neben der Strecke gibt?

1967 wurde aus Sicherheitsgründen (steigende Geschwindigkeiten/Abdriften der Wagen Richtung Boxengasse) zwischen der Tiergartensenke und dem Eingang der Start- und Zielschleife eine Schikane gebaut, die heutige Hohenrain-Schikane. Neben der Schikane, also als Verlängerung von Tiergarten zu Start- und Ziel, liegt heute noch der damalige Original-Asphalt. Dort befinden sich nun die Posten 204 und 205.
Darüber hinaus gibt es ja noch die bekannte Steilstrecke, die auch noch den original Belag vom Bau des Nürburgrings trägt.

Mehr zum Bau der Hohenrain-Schikane gibt es hier: Umbaumaßnahmen an der Strecke (Klick!).


... dass es Streckenabschnittsbezeichnungen gab, die heute nicht mehr in Gebrauch sind?

Und zwar handelt es sich hierbei um die Abschnitte "Kottenborn" (zwischen Flugplatz und Schwedenkreuz) und "Ex-Tal" (zwischen Ex-Mühle und Bergwerk, km 10 der damaligen Rechnung). Ebenso wird der Abschnittsname "Poststraße", gelegen zwischen Aremberg und der Fuchsröhre, nicht mehr verwendet.

Mehr zu diesen Abschnitten findet Ihr hier: Kottenborn, Ex-Tal, Poststraße.


... dass die Nordschleife einmal im Jahr falsch herum befahren wird?

Die Nordschleife wird immer im Uhrzeigersinn befahren, entgegen der Fahrtrichtung zu fahren ist streng verboten. Doch einmal im Jahr, bei der Rallye Köln-Ahrweiler, wird die Nordschleife auch umgekehrt befahren: Die Fahrzeuge starten am Beginn der Landstraße zwischen Breidscheid und Nürburg (L92), fahren am Beginn der Döttinger Höhe (Posten 188 zwischen Galgenkopf und der Döttinger Höhe) auf die Strecke auf und fahren gegen den Uhrzeigersinn bis - in umgekehrter Fahrtrichtung gesehen - kurz hinter die Brücke an der Antoniusbuche.


... dass einst auch Züge auf dem Nürburgring gefahren sind? :-)

Auch wenn es keine Personenzüge waren, die nach Fahrplan fuhren - trotzdem befuhren schon während des Baus des Nürburgrings Züge die Strecke. Diese waren Lorenbahnen, die das zum Bau benötigte Material - meistens Basalt - zu den jeweiligen Stellen transportierten.


... dass es schon in den 70er Jahren Überlegungen über eine Kurzstrecke gab?

Schon Anfang der 70er wurden Stimmen nach einer kürzeren Strecke laut. Erst 1976, nach dem Lauda-Unfall, wurden diese Gedanken konkretisiert. Ende 1982 wurde dann mit dem Bau der heutigen GP-Strecke begonnen.

Mehr zu Streckenumbauten finden Sie unter Umbaumaßnahmen an der Strecke (Klick!)!


... dass auch die Fahrrad-Weltmeisterschaft auf dem Nürburgring ausgetragen wurde?

1927, 1966 und 1978 wurde die Fahrrad-WM auf dem Nürburgring ausgetragen. Heute gibt es Rad am Ring (Klick!), hier können ambitionierte Fahrer auf zwei Rädern den Ring bezwingen - jedoch ohne Motor!


... dass die Historische Haupttribüne noch Bestandteil der GP-Strecke war?

In den ersten Jahren des Bestehens der GP-Strecke waren die 1927 gebaute Historische Haupttribüne bzw. das darin untergebrachte Sporthotel "Tribüne" noch Bestandteil der GP-Strecke. Erst 1987 wurde der Komplex aus Sicherheitsgründen abgerissen.

Mehr zur Historischen Haupttribüne bzw. dem Sporthotel "Tribüne" findet Ihr auf der Sonderseite Historische Haupttribüne (Klick!)!


... dass die Mercedes-Arena (GP-Strecke) erst später gebaut wurde?

Bis 2002 gab es am Ende der Start- und Zielgeraden der GP-Strecke lediglich eine Rechts-Links-Kombination, das Castrol-S. Im Jahre 2002 wurde diese Kurve dann zur heutigen Mercedes-Arena umgebaut. Von der Mercedes-Tribüne aus hat man eine tolle Sicht auf die Start- und Zielgerade, die Arena und sogar bis zur Warsteiner-Kurve.
Beim Umbau fiel das Zakspeed-Kart-Motodrom weg, das bis dahin Teil des Hazet-Fahrerlagers (= Fahrerlager der GP-Strecke) war.

Den alten Streckenverlauf, also das Castrol-S, kann man sich heute noch in google earth ansehen, denn dort sind noch Bilder von vor 2002 drin!


... dass die "Eifelbepflanzung" damals gleichzeitig auch die Streckenbegrenzung war?

Bis zu den großen Umbaumaßnahmen ab 1970/71 gab es noch keine durchgehenden Leitplanken, obwohl auch schon davor Teile der Strecke mit Leitplanken gesichert waren. Die Strecke war von Hecken gesäumt; kam ein Rennwagen von der Strecke ab, fanden sich die Fahrer meist im Unterholz der Eifel wieder, was natürlich ein hohes Sicherheitsrisiko war. Im Volksmund entstand hierzu der Spruch "Hecke auf, Hecke zu". Anfang der 70er wurden dann viele Kilometer Leitplanke gebaut, um die Strecke sicherer zu machen.

Dies ist jedoch kein Umstand, der nur dem Nürburgring zu eigen war: Als Der Nürburgring gebaut wurde - und auch lange danach - gehörten Leitplanken auch auf anderen Rennstrecken nicht zum Sicherheitsstandard - heute sind sie nicht mehr wegzudenken.


... dass die Historische Kommentatorenkabine vom Dach der Haupttribüne noch vorhanden ist?

Auf dem Dach der Historischen Haupttribüne, die bis 1988 noch Teil der GP-Strecke war, stand eine Kommentatorenkabine, die über eine Leiter von der Haupttribüne erreichbar war. Diese Kommentatorenkabine ist noch erhalten, sie steht rechts neben dem Eingang des Historischen Fahrerlagers.


... dass es früher mehrere Touristenzufahrten auf den Nürburgring gab?

Neben der heute noch exisitierenden Touristeneinfahrt in Breidscheid gab es früher eine weitere an der Start- und Zielschleife und eine in Müllenbach, also quasi in der Mitte der Südschleife. Später wurde die Zufahrt an der Start- und Zielschleife in Nürburg neben die Nordkehre verlegt; nach dem Bau der Grand-Prix-Strecke befand sich die Touristenzufahrt an T13. Erst im April 1998 wurde die heutige Touristeneinfahrt an der Döttinger Höhe eingeweiht.


... dass es früher ein Hotel unmittelbar an der Strecke gab?

Neben dem Sporthotel "Tribüne" am Start- und Zielplatz (mehr Infos: Sonderseite Historische Haupttribüne) gab es am Fuße der Quiddelbacher Höhe ein Hotel. Dieses befand sich kurz hinter der Brücke in Fahrtrichtung links und lag damit direkt an der Landstraße zwischen Quiddelbach und dem Potsdamer Platz, einem Hauptverkehrsknotenpunkt der Region. Heute findet sich von dem Hotel nur noch die Ruine neben der Strecke, die zerfallen und nicht mehr zugänglich ist.


... dass es Fußgängertunnel bzw. Durchgänge unter der Strecke gibt?

An mehreren Stellen (beispielweise Spiegelkurve, Kesselchen, Brünnchen) gibt es Fußgängerdurchgänge unter der Strecke hindurch. Da die Region um bzw. innerhalb des Nürburgrings auch gerne von Wanderern genutzt wird, muss gewährleistet sein, dass diese auch während Veranstaltungen die Strecke passieren können, wozu diese Tunnel dienen - die Strecke selbst darf ja nicht überquert werden. Da der Nürburgring als geschlossene Rennstrecke konzipiert war (und auch immer noch ist), wurde schon bei der Planung der Strecke in den 1920er Jahren darauf geachtet, dass die Wanderwege durch die Hocheifellandschaft nicht von der Strecke beeinträchtigt wurden.


... dass die Döttinger Höhe früher sehr "hügelig" war und nicht so gerade wie heute?

Damals, bis in die 1970er Jahre, war die Döttinger Höhe sehr hügelig, was man auf alten Bildern noch gut erkennen kann. Dieser Umstand kam unter anderem von den Unterführungen unter der Strecke hindurch, aber auch allgemein von der Topographie des Geländes. Die "lange Gerade an der Döttinger Höhe", wie sie früher hieß, wurde aber dann verbreitert, nach außen hin mit Leitplanken statt Hecken abgesichert und eingeebnet.


... dass die Hohe Acht gar nicht der höchste Punkt der Strecke ist?

Entgegen der weit verbreiteten Meinung befindet sich der höchste Punkt der Strecke nicht an der Hohen Acht, sondern an T13 (ca. 620 m). Die Hohe Acht ist zwar der höchste Berg der Eifel, jedoch föhrt die Strecke ca. 1300 Meter neben dem Gipfel des Berges, auf dem sich der Kaiser-Wilhelm-Turm befindet, vorbei.

Übrigens: Das Wanderwegenetz rund um die Nordschleife ist sehr gut ausgebaut, eine Wanderung zum Kaiser-Wilhelm-Turm lohnt sich schon allein wegen der tollen Aussicht über die Landschaft!