Die Südschleife

Die Südschleife gibt es heutzutage nicht mehr als Rennstrecke, trotzdem kann man noch alte Teile in der Landschaft finden.

Auf dieser Seite finden Sie Infos, Abschnittsnamen, Fotos von damals und heute, Kartenmaterial und einiges mehr.


nordschleifologie.de » Südschleife



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Mit freundlicher Genehmigung von Richard Kunze


Die Südschleife - Die "kleine Schwester" der Nordschleife

Wo es eine Nordschleife gibt, muss es auch eine Südschleife geben - oder zumindest mal gegeben haben. Tatsächlich gab es am Nürburgring von Beginn an die Südschleife, die von Start und Ziel hinunter Richtung Müllenbach und von dort wieder Richtung Start und Ziel führte. Leider ist diese Südschleife heutzutage nur noch wenigen bekannt, obwohl auch die Südschleife eine Herausforderung für Mensch und Maschine war.

Mit einer Länge von 7,747 km war die Südschleife, die zusammen mit dem Rest des alten Nürburgrings (Start- und Zielschleife, Nordschleife) von 1925 bis 1927 gebaut wurde, wesentlich kürzer als die große Schwester Nordschleife. Durch das Vorhandensein der drei Streckenteile (Nord-, Süd-, Start- und Zielschleife) waren interessante Streckenkombinationen möglich:
Gesamtstrecke: Nordschleife plus Südschleife plus Start- und Zielschleife

Nordschleife: Nordschleife plus Start- und Zielschleife

Südschleife: Südschleife plus Start- und Zielschleife

Start- und Zielschleife: lediglich die Start- und Zielschleife.

Hinweis: Da sich nur an der Start- und Zielschleife die zur Austragung eines Rennens notwendigen Anlagen wie Start- und Zielhaus mit Zeitnehmern, Rennleitung, Boxenanlage, Fahrerlager usw. befanden, musste bei jedem Rennen auf der Nord- oder der Südschleife die Start- und Zielschleife mit einbegriffen sein.
Die Südschleife konnte also mit der Start- und Zielschleife als eigenständige Strecke (7,747 km) oder in Kombination mit der Start- und Zielschleife und der Nordschleife als Gesamtstrecke (28,265 km, ab 1967 durch Bau der Hohenrain-Schikane 28,290km) genutzt werden.

Die Südschleife wurde gleichzeitig mit der Nordschleife und der Start- und Zielschleife des Nürburgrings zwischen 1925 und 1927 gebaut. Sie war 7,747 km lang und wurde zu den Anfangszeiten in Kombination mit der Start- und Zielschleife als eigenständige Strecke oder mit Start- und Zielschleife und Nordschleife, als sog. Gesamtstrecke, genutzt; nur wenige Jahre später wurden die großen Rennen jedoch nur noch auf der Nordschleife in Kombination mit der Start- und Zielschleife gefahren - weder die Südschleife, noch die Nordschleife konnten ja separat ohne die Start- und Zielschleife gefahren werden, da es ja nur dort die nötigen Anlagen (Boxenanlage, Rennleitung, Start- und Zielhaus usw.) gab. Auf der Südschleife fanden auch Touristenfahrten statt (man konnte beispielsweise die Gesamtstrecke fahren), dazu gab es unten in Müllenbach eine Touristenauffahrt. Zum letzten Mal wurde die Gesamtstrecke (28,265 km, ab 1967 durch Bau der Hohenrain-Schikane 28,290km) 1969 beim 84h-Rennen genutzt. Seitdem die großen Rennen nur noch auf der Nordschleife stattfanden, stand die Südschleife in ihrem Schatten. Sie wurde nur noch selten genutzt, wenn, dann vor allem für Motorradrennen. Jedoch war sie gefürchtet und schwer zu fahren, weil enge, unübersichtliche Kurven den Fahrern das Leben schwer machten (vor allem die sog. "Hexenkurven"). Die Strecke führte meist durch Wald (wie auf den Bildern unten gut zu sehen ist); eine sichere Streckenbegrenzung wie beispielsweise Leitplanken gab es nicht.

1938 wurde die sog. Stichstraße gebaut, damit die Südschleife auch ohne Anbindung an die Start- und Zielschleife genutzt werden konnte. Nach den großen Umbautmaßnahmen ab 1970/71 wurde die Südschleife nur noch selten genutzt, die 1984 eröffnete Grand-Prix-Strecke des Nürburgrings ersetzte die Südschleife. Heute ist sie jedoch noch nicht ganz verschwunden: Ein Teil ist neu asphaltiert worden und fungiert nun als Landstraße zwischen Müllenbach und der GP-Strecke (K72), ein weiterer Teil (ab Bocksbergkurve) gehört zum Gewerbegebiet "Alte Südschleife" in Müllenbach, ein weiterer, original erhaltener Teil liegt noch parallel zur Landstraße L93. Dieser Teil wird bei der Rallye Köln Ahrweiler als Teiltrecke einer Wertungsprüfung genutzt, den Rest der Saison dient der Teil als Straße zu Parkplätzen.

Gegenüber vom Eingang zum Campingplatz Müllenbach steht noch ein altes Streckenposten-Telefon, das original erhalten ist.


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An der K72 kann man (in Fahrtrichtung links, also nach Müllenbach) an der Seite noch die alten Zuschauerwege sehen, diese werden heute als Feldwege genutzt.


Die Streckenabschnitte, ihre Namensherkunft und Bilder

» Bränke Kopf

Der Name stammt vom direkt an der Südschleife gelegenen Berg "Bränke Kopf" (Höhe: 622m).

Foto 1: Der Bränke Kopf, gesehen von der GP-Strecke; Foto 2: nach der Unterführung (Brücke im Hintergrund), in Gegenrichtung (1972); Foto 3: bei km 1, Motorradrennen, in Gegenrichtung (1973); Foto 4: Kurve im Abschnitt (1978).


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Mit freundlicher Genehmigung von Richard Kunze


» Aschenschlag oder auch Hüsgen

Flurbezeichnung. Hinweise sagen, dass "Aschenschlag" soviel heißt wie "gerodetes Gebiet", evtl. durch Brand, dies ist aber nur eine Vermutung. "Hüsgen" ist rheinländisch für ein großes, prächtiges Haus. Da in der Nähe des Abschnitts Reste einer römischen Villa gefunden wurden, lässt der Name einen Rückschluss darauf zu.
Hinweis: direkt gegenüber der Einfahrt zum Campingplatz Müllenbach steht noch ein alter Posten, baugleich denen, die an der Nordschleife für die Telefone genutzt werden.

Foto 4: Aschenschlag (1978).


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Mit freundlicher Genehmigung von Richard Kunze



» Seifgen

Zu diesem Abschnitt gibt es bisher noch keine Erkenntnisse (s. Erklärung für Wehrseifen?).

Foto 5: Seifgen (1978).


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Mit freundlicher Genehmigung von Richard Kunze



» Bocksberg

Dieser Abschnitt leitet sich von dem in der Mitte der Strecke gelegenen Berg ab.

Foto 6: Bocksberg, im Hintergrund Müllenbach, rechts im Hintergrund Müllenbachkurve (1978).


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Mit freundlicher Genehmigung von Richard Kunze



» Müllenbach

Kleines, aber schönes Dorf an der Südschleife. Früher ging die Strecke an Müllenbach vorbei, heute ist zwischen der Bocksbergkurve und der Müllenbachkurve ein Industriegebiet. Die Landstraße entspricht nicht ganz dem Verlauf der Südschleife, dies ist in den GoogleEarth-Dateien zu sehen (siehe unten!)

Foto 7: Straßenschild "Südschleife" im Gewerbegebiet Müllenbach (2008); Foto 8: nach der Müllenbachkurve, Gegenrichtung (1978); Foto 9: Blick nach Müllenbach, Gegenrichtung (1980); Foto 10: nach Müllenbachkurve (1980).


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Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Richard Kunze!



» Rassrück

Flurbezeichnung bzw. Name eines Bergrückens; in Karten angegeben.

Foto 11: Rassrück (1978)


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Mit freundlicher Genehmigung von Richard Kunze


Foto 11a: Rassrück heute, in Fahrtrichtung (2008); Foto 11b: Rassrück heute in Gegenrichtung (2008).


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» Scharfer Kopf

Der Scharfe Kopf ist ein Berg an der Strecke. Dieser ist beispielsweise von der GP-Strecke aus gut zu sehen, die Kumho-Kurve und die Warsteiner-Kurve führen quasi "um den Berg herum".

Foto 12: vor Scharfer Kopf (1978); Foto 13: Scharfer Kopf (1978); Foto 13a: Der Scharfe Kopf heute (gesehen von der GP-Strecke).


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Mit freundlicher Genehmigung von Richard Kunze



» Übergang von der Südschleife auf die Gegengerade der Start- und Zielschleife

Nach dem Berg Scharfer Kopf, bei km 6, ging die Südschleife wieder auf die Start- und Zielschleife, dort traf sie am Ausgang der Südkehre auf die Gegengerade:

Foto 14: bei km 6 (1979); Foto 15: vor den Brücken über die Südschleife (1979); Foto 16: Blick von Brücke auf Ende der Südschleife/Übergang auf die Gegengerade der Start- und Zielschleife (Juni 1973).


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Mit freundlicher Genehmigung von Richard Kunze


Onboardvideo der Südschleife - Zusammenschnitt aus zwei Epochen



Schade, dass es diese tolle Strecke nicht mehr gibt!
Copyright des Videos: Richard Kunze - www.richardkunze.de.


Eine virtuelle Runde Südschleife

Karsten Hülskämper arbeitet derzeit an einem rFactor-Mod Südschleife. Hier sieht man auch toll die historische Haupttribüne und die alte Start- und Zielanlage.


Schade, dass es diese tolle Strecke nicht mehr gibt!


Geo-Daten zur Südschleife

Für Google Earth/Google Maps hat Walter Koch Geodateien erstellt (jeweils "klick"):

Landkarte - topogr. Karte - Luftbild - Google-Earth-Datei (Stand: 12.8.2007)
Alle Geo-Dateien sind von Walter Koch aufgrund von Luftaufnahmen, Karten, eigener Ansicht oder anderer Quellen erstellt worden. Die Dateien stehen unter der "Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen Deutschland"-Lizenz (Klick!)

Copyright (c) 1995-2008 Walter Koch, Hochdahl. URL: www.u32.de.