Die Streckensicherung

Unverzichtbar bei jedem Renn-Einsatz: die "Streckenposten".

Hier finden Sie einige wichtige Infos, eine Postenkarte und Flaggenkunde.





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Die Streckensicherung

Ohne die Streckensicherung kann kein Rennen stattfinden - ehrenamtlich sorgen Rennsportbegeisterte rund um die Strecke für die Sicherheit der Fahrer, der Zuschauer und für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung. Fälschlicherweise werden die Sportwarte der Streckensicherung, so die eigentlich richtige Bezeichnung, als "Streckenposten" bezeichnet - dieser Begriff bezeichnet allerdings den Ort an der Strecke, an dem die Sportwarte postiert sind. Von Zuschauern werden sie meistens eigentlich nur bei Unfällen wahrgenommen, denn dann sind die Männer in orange für die Absicherung bzw. die Räumung der Unfallstelle verantwortlich. Doch die Arbeit eines Sportwarts beinhaltet mehr - hier eine kleine Übersicht über die Arbeit der Streckensicherung.

Bei den Erläuterungen, besonders hinsichtlich des Aufbaus und der Flaggen, beschränken wir uns auf die an der Nordschleife üblichen Gegebenheiten. Bei Rallies, Motorradrennen, aber auch an anderen Rennstrecken können Aufbau und Flaggen abweichen!

Übersichtskarte: Streckenposten an der Nordschleife

Wie jede andere Rennstrecke auch, ist die Nordschleife des Nürburgrings in verschiedene Abschnitte eingeteilt (auf der Karte farbig markiert). Die einzelnen Abschnitte sind den jeweiligen Hauptposten unterstellt, in denen der Abschnittsleiter die Geschehnisse überwacht und die Meldungen von den Einzelposten zusammenlaufen.


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Karte: Übersichtskarte der Posten an der Nordschleife; Stand: 12. März 2006
Vielen Dank an Hans Jürgen Hilgeland für die Veröffentlichungsgenehmigung!

Organisation der Streckensicherung

Erste Ebene: Der Rennleiter (RL)
Als "oberster Herr" hat der Rennleiter zum einen durch Videokameras (GP-Strecke), aber auch durch die Berichte und Meldungen der Abschnitte vollkommene Übersicht über das Geschehen auf der Strecke. Zum anderen hat er aber auch die Verantwortung für die Sicherheit aller: der Fahrer, der Zuschauer und die der Sportwarte und Helfer. Er kann entscheiden, ob wegen eines Unfalls oder beispielsweise auch widriger Wetterbedingungen das Training oder Rennen abgebrochen werden muss. Ihm unterstellt sind alle Helfer und Amtsträger im Rahmen einer Rennveranstaltung.
Vor einem Rennen fährt er die Strecke ab und kontrolliert, dass alle Posten bereit sind. Auf seiner letzten Runde vor Beginn einer Veranstaltung fährt er mit "Rot" durch, das heißt er fährt die Strecke ab und zeigt den Posten vom Wagen aus die rote Flagge, was bedeutet, dass die Strecke ab sofort gesperrt ist und nicht mehr betreten werden darf. Nach einer Veranstaltung fährt der RL wiederum mit der grünen Flagge eine RUnde über die Strecke, um anzuzeigen, dass die Veranstaltung offiziell beendet ist und die Strecke - natürlich unter Vorsicht - wieder betreten werden darf, um ggf. Teile einzusammeln und das Material zur Abholung bereitzustellen.

Zweite Ebene: Der Leiter der Streckensicherung (LS)
Dem Rennleiter unterstellt ist der Leiter der Streckensicherung. Er trägt die Verantwortung für die vollständige Absicherung der Strecke während einer Veranstaltung. Von den Hauptposten bekommt er Meldungen über das Geschehen an und auf der Strecke und gibt diese an den Rennleiter weiter.

Dritte Ebene: Der Abschnittsleiter (AL)
Als Verantwortlicher für einen Abschnitt steht er über den Sportwarten, teilt diese ein und schickt ggf. von seinem Hauptposten aus Hilfsfahrzeuge wie beispielsweise RTW, Feuerwehrauto usw. los. Er bekommt am Hauptposten Meldung von den einzelnen Streckenposten und leitet diese bei großen Geschehnissen auf der Strecke an den LS weiter. Der AL ist meistens Vorsitzender einer sog. Helfergruppe und organisiert die Zusammenstellung der Sportwarte, verteilt die Posten, ... Kurz: Er organisiert die Sicherung seines Abschnitts.

Vierte Ebene: Der Sportwart
Als "Mann an der Front" steht der Sportwart direkt an der Strecke. Meist zu zweit überwachen sie die Strecke, geben Flaggensignale (siehe unten: Flaggenkunde), sichern und melden Unfälle, helfen bei der Bergung havarierter Autos bzw. verletzter Fahrer und sorgen so für die Sicherheit aller, die an einer Rennveranstaltung beteiligt sind.

Die DMSB-Staffel
Die DMSB-Staffel hilft bei der Bergung havarierter Fahrzeuge. Wenn ein Rennwagen, beispielsweise nach einem Unfall, nicht mehr fahrtüchtig oder rollfähig ist, kommt die DMSB-Staffel und schleppt das Auto bis zur nächsten Ausfahrt oder einer Tasche in der Leitplanke. Während die Sportwarte die Strecke absichern, rämen die Männer von der Staffel die Strecke frei uns sorgen so für eine schnelle Wiederaufnahme eines reibungslosen Rennverlaufs.

Der Rennarzt
Bei einem Unfall mit Verletzten bzw. bei schwereren Unfällen, bei denen die Folgen für die Fahrer nicht direkt von außen absehbar sind, wird der Rennarzt gerufen. Bei der VLN beispielsweise ist er in einem silbernen Porsche mit schwarz-rot-goldener Beklebung unterwegs. Außer dem Rennarzt sind rund um die Strecke aber auch viele RTWs postiert, die jeden Punkt der Strecke in kürzester Zeit erreichen können.

Fahrzeuge der Streckensicherung (Beispiele)



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Bild 1: Fahrzeug des Rennarztes; Bild 2: Eins von zwei Intervention-Cars bei der VLN 2008; Bild 3: Das zweite Intervention-Car bei der VLN 2008; Bild 4: Intervention-Car führt die Einführungsrunde bei einem VLN-Rennen an.

Vielen Dank an Björn Fey für die Bilder!

Aufbau und Ausrüstung eines Streckenpostens

Hier mal einige Bilder, um den Aufbau und die Ausrüstung eines Streckenpostens zu verdeutlichen (beispielhaft am Posten 200a, Tiergarten):


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Bild 1: Grundausrüstung; Bild 2: Grundaufbau; Bild 3: Blick auf die Strecke.

Grundausstattung: Postentelefon (kann auch durch Funkgeräte ersetzt werden), Flaggensatz (1x grün, 2x gelb, 1x Schmutzflagge, 1x weiß, 1x blau, ggf. 1x rot; Erklärungen der Flaggen siehe unten), Ölbindemittel zum Abstreuen von Betriebsmittelspuren, Feuerlöscher, Besen.

Während die meisten Posten vor sich eine durchgehende Leitplanke haben, sind bei einigen sog. Taschen installiert. Die Leitplanke hat eine Öffnung, in die man entgegen der Fahrtrichtung hineinfahren kann. Diese dienen dazu, havarierte Rennfahrzeuge abstellen zu können, anstatt sie über ggf. weite Teile der Strecke bis zur nächsten Ausfahrt abschleppen zu können; in einigen Taschen, verteilt rund um die Strecke, sind sog. S-Wagen (Fahrzeuge der DMSB-Staffel) postiert, die bei einem Unfall im nachfolgenden Abschnitt schnell zu Hilfe eilen können. Die S-Wagen sind so ausgestattet und motorisiert, dass sie havarierte Rennwagen aus dem Gefahrenbereich ziehen können.

Alarmiert werden die Fahrzeuge der DMSB-Staffel über Funk, aber auch über die roten "Hot-Buttons" im Postenhäuschen, die eine Warnblinkleuchte an dem jeweils zuständigen Standort des DMSB-Staffel-Fahrzeugs einschalten.

Flaggenkunde

An der Nordschleife gelten die Flaggenregelungen für Automobilsport. Beispielsweise bei Motorrad- oder Rallye-Veranstaltungen gelten andere Regeln!

Vorsicht: Es heißt "Flaggen", nicht "Fahnen"! Viele Streckensicherungsvereine und Helfergruppen haben für den Fall einer falschen Bezeichnung ein eigenes Phrasen-Schwein bereitstehen:-)


Flagge 1: Weiß
Wird geschwenkt. Dem Fahrer wird gezeigt, dass sich im vor ihm liegenden Abschnitt ein deutlich langsameres Fahrzeug (RTW, Staffel-Fahrzeug, langsamer Rennteilnehmer, ..) befindet. Es gilt kein Überholverbot.


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Flagge 2: Gelb, einfach
Wird geschwenkt. Der Fahrer wird darauf hingewiesen, dass sich im vor ihm liegenden Abschnitt eine Gefahrenstelle befindet, und zwar neben oder teilweise auf der Strecke. Es gilt absolutes Überholverbot, die Geschwindigkeit ist deutlich zu verringen und ein Richtungswechsel ("Linie") muss jederzeit möglich sein. Am Ende der Gefahrenstelle wird Grün geschwenkt, womit das Überholverbot wieder aufgehoben wird - dieses gilt jedoch erst ab Höhe des Postens, der die grüne Flagge schwenkt, da auch zwischen einer Gefahrenstelle und der grünen Flagge beispielsweise Sportwarte die Strecke betreten können.


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Flagge 3: Gelb, doppelt
Wird geschwenkt. Der Fahrer wird darauf hingewiesen, dass sich im vor ihm liegenden Abschnitt eine Gefahrenstelle befindet, und zwar auf der Strecke. Es gilt absolutes Überholverbot, die Geschwindigkeit ist deutlich zu verringen und ein Richtungswechsel ("Linie") ebenso wie Anhalten muss jederzeit möglich sein, da die Strecke teilweise oder vollständig blockiert ist. Ebenso wird meist doppelgelb geschwenkt, wenn sich Menschen (Fahrer, Sportwarte) noch auf der Strecke (Bergung aus einem Fahrzeug, Brandbekämpfung) in unmittelbarer Gefahr befinden.

Bei Doppelgelb schwenkt der Posten vor dem betroffenen Posten Einfachgelb, um die Fahrer vorzuwarnen. Am Ende der Gefahrenstelle wird Grün geschwenkt, womit das Überholverbot wieder aufgehoben wird - dieses gilt jedoch erst ab Höhe des Postens, der die grüne Flagge schwenkt, da auch zwischen einer Gefahrenstelle und der grünen Flagge beispielsweise Sportwarte die Strecke betreten können.


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Hinweis zu gelb/doppelgelb: Beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring gilt die Regel, dass ein Posten vor einfachgelb immer eine gelbe Flagge gehalten wird, um schon weiter vorher auf eine Gefahr hinweisen zu können.



Flagge 4: Schmutzflagge
Wird im Gegensatz zu allen anderen Flaggen gehalten. Die Fahrer werden darüber informiert, dass sich im vor ihnen liegenden Abschnitt die Haftungseigenschaften der Fahrbahn durch Öl, Wasser und andere Betriebsmittel verschlechtert haben. Die Schmutzflagge in Verbindung mit einer Hand zum Himmel bedeutet "Achtung, einsetzender Regen im folgenden Abschnitt". Am Ende des Abschnitts mit verschlechterten Haftungsbedingungen wird im Gegensatz zu Gelb/Doppelgelb kein Grün geschwenkt.


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Flagge 5: Grün
Wird geschwenkt. Dem Fahrer wird angezeigt, dass die Gefahrenstelle (siehe gelb/doppelgelb) vorüber und die Strecke frei ist. Ebenso wird nach Safety-Car-Phasen grün gezeigt, um den normalen Weiterlauf des Rennens anzuzeigen. In jedem Fall wird das Überholverbot aufgehoben.


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Flagge 6: Blau
Wird geschwenkt. Hat in Training und Rennen unterschiedliche Bedeutung, soll prinzipiell einem Fahrer anzeigen, dass er von einem deutlich schnelleren Teilnehmer überholt wird. Training: Schnelleres Fahrzeug setzt zum Überholen an und soll vorbeigelassen werden. Rennen: Schnelleres Fahrzeug setzt zum Überrunden an, muss bei nächstmöglicher Gelegenheit vorbeigelassen werden.


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Flagge 7: Rot
Wird geschwenkt; ist nicht immer an jedem Posten vorhanden/nötig. Nutzung nur auf Anweisung des Rennleiters, wenn es notwendig ist, das Training oder das Rennen abzubrechen. Alle Fahrer haben die Fahrt deutlich zu verlangsamen, dürfen nicht überholen, müssen jederzeit zum Anhalten bereit sein und müssen die Boxengasse anfahren.

Der Rennleiter schwenkt als erster die rote Flagge, in Fahrtrichtung und entgegen der Fahrtrichtung wird dies übernommen: Somit ergibt sich eine von beiden Seiten rund um die Strecke laufende "Rot-Welle", um eine Veranstaltung möglichst schnell abbrechen zu können.


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Darüber hinaus gibt es aber auch Flaggen, die nur dem Rennleiter zur Verfügung stehen:
Nationalflagge zum Starten eines Rennens,

schwarz-weiße karierte Flagge zum Beenden eines Trainings oder eines Rennens,

schwarze Flagge (+ Schild mit Nummer des betreffenden Fahrzeugs) zum Anzeigen, dass er in die Box zu fahren hat,

schwarze Flagge mit orangener Scheibe (+ Schild mit Nummer des betreffenden Fahrzeugs) zum Anzeigen von technischen Problemen und daraus entstehenden Gefahren für sich und ander Teilnehmer (Befehl: in die Box!),

schwarz-weiße Flagge (diagonal unterteilt, plus Schild mit Nummer des betreffenden Fahrzeugs) als Anzeige einer Verwarnung wegen unsportlichen Verhaltens.


Grundsatz: Sichern - Melden - Helfen

Wie auch bei einem Unfall im normalen Straßenverkehr gilt hier der Ablauf
Erst sichern (Flaggensignale),
dann melden (über Postentelefon oder Funk),
dann helfen (ggf. konkrete Hilfemaßnahmen).
Durch die Tatsache, dass die meisten Posten an der Nordschleife doppelt besetzt sind (sog. D-Posten), geht diese Rettungskette um einges schneller und effizienter von Statten. Bei der Meldung gelten die üblichen sieben "W"s: Wann (Uhrzeit), Was (Situationsbeschreibung), Wo (genaue Ortsangabe), Wer (Beteiligte, Verletzte), Womit (Fahrzeuge, Startnummer etc.), Warum (Grund: Ölspur, ...), Wie (detaillierter Ablauf). Ebenfalls wird von den Sportwarten eine sog. "Gelbmeldung" mit allen Details des Unfalls ausgefüllt, um das Geschehen auch nach dem Rennen nachvollziehen zu können.


Bericht: Ein Tag bei der Streckensicherung der VLN

Meistens sieht man sie nur bei einem Unfall auf der Strecke, aber auch ohne Zwischenfall haben die Sportwarte der Streckensicherung, so der offizielle Name derer, die landläufig als "Streckenposten" bezeichnet werden, genug zu tun. Hier mal ein exemplarischer Tagesablauf der Arbeit eines Sportwarts, notiert beim 3. Lauf zur Langstreckenmeisterschaft Nürburgring am 02. Mai 2009.

» 04.00 Uhr: Aufstehen, Fertigmachen und ab zum Ring!

» 06.15 Uhr: Treffen am Hauptposten
Der Tag eines Sportwarts fängt, vor allem wenn er nicht unmittelbar am Ring wohnt, schon früh an: Heute beginnt das Training wegen einer Extra-Veranstaltung schon um 08.00 Uhr an, deswegen treffen sich alle schon um 06.15 Uhr am Hauptposten, in diesem Fall an T13.

Nachdem der Hauptposten eingerichtet ist, wird in einer Besprechung, an der alle Sportwarte des betreffenden Abschnitts teilnehmen, der Tagesablauf durchgesprochen und ggf. offene Fragen beantwortet. Die Grundsätze der Arbeit als Streckenposten werden noch einmal zur Erinnerung durchgesprochen, woraufhin dann die einzelnen Posten zugewiesen und Besonderheiten einzelner Posten (Lage, Kommunikation, evtl. Staffelposten usw.) durchgegangen werden.


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Foto: Treffen am Hauptposten (hier: T13)

Dann machen sich die einzelnen Sportwarte auf den Weg zu ihren Posten.


» 07.00 Uhr: Einrichten des Postens an der Strecke
Dort angekommen, wird erst einmal alles überpfüft:
• Funktioniert das Postentelefon, also die Verbindung zum Hauptposten? Durch Anruf und Rückruf zum/vom Hauptposten wird die Verbindung kontrolliert, ebenso die Funkverbindung zu den anderen Posten im Abschnitt.

• Ist das Material vollständig? Der Flaggensatz wird vom Hauptposten mitgebracht, der Rest, also Feuerlöscher, Ölbindemittel und Besen wurden schon vorher vom Materialwagen verteilt. Das Material wird dann am Posten bereitgestellt.


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Foto 1: Das bereitgestellte Material; Foto 2: Fertig eingerichteter Posten.

• Ist der Abschnitt in Ordnung? Dazu macht man einen Kontrollgang über den zugewiesenen Abschnitt, bei dem Dreck, liegengebliebene Autoteile und ggf. Glassplitter von Unfällen von der Fahrbahn und vom Grünstreifen beseitigt werden, damit ein reibungsloser Rennbetrieb möglich ist.
Gleichzeitig wird geschaut, wo sich die vorangehenden und nachfolgenden Posten befinden und ob die Sichtverbindung zu diesen Posten in Ordnung ist.


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Fotos 1 + 2: Kontrolle des Abschnitts.
Wenn all diese Punkte kontrolliert und o.k. sind, hängt man die weiße Flagge, für das Intervention Car sichtbar, an den Posten, damit dieses bei der Inspektionsrunde sieht, ob bzw. dass alle Posten einsatzbereit sind.

» 07.30 Uhr: Die Strecke wird gesperrt
Um 07.30 Uhr kommt das Intervention Car vorbeigefahren mit herausgehaltener roter Flagge. Das bedeutet, dass die Strecke ab sofort gesperrt ist und von niemandem mehr betreten werden darf, da bald die ersten Rennwagen auf die Strecke fahren.


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Foto: Sperrung der Strecke.

» 08.00 bis 09.30 Uhr: Training
Von 08.00 bis 09.30 Uhr läuft das Qualifikationstraining für das Rennen am Nachmittag. Die erste Runde fahren die meisten noch langsam, um sich mit den aktuellen Streckenbegebenheiten und ihrem Fahrzeug vertraut zu machen, dann kommen die ersten schnellen Runden.

Heute gibt es kurz nach Beginn des Trainings schon den ersten Einsatz: Ein Teilnehmer hat sich auf der Strecke überschlagen und ist mitten auf der Fahrbahn liegengeblieben. Jetzt geht direkt die Arbeit los: Sichern, Melden, Helfen! Da sich der Teilnehmer auf der Fahrbahn befindet, noch dazu in einer Kurve auf der Ideallinie, wird doppelgelb geschwenkt und gleichzeitig eine Meldung an den Hauptposten gemacht: "Hier Posten 72, Teilnehmer mit der Startnummer XXX steht nach Überschlag auf der Fahrbahn in Fahrtrichtung links, ca. 5 Meter vor Posten 73; Fahrer ist ausgestiegen und steht hinter der Leitplanke, Fahrzeug nicht mehr rollfähig, bitte Staffel zum Bergen!". Der Posten hinter der Unfallstelle, in diesem Fall Posten 73, schwenkt während der Gelbphase im vorhergehenden Abschnitt die grüne Flagge, um den Teilnehmern anzuzeigen, dass ab dort die Strecke frei und Überholen wieder erlaubt ist.


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Foto: Sicherung der Unfallstelle durch Doppelgelb und Meldung an den Hauptposten.
Foto veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung von Michael Bock
von www.ringpics.info, vielen Dank!

Der Fahrer signalisiert durch Handzeichen "alles okay", trotzdem kommt noch der Rennarzt zur Kontrolle. Während immer noch doppelgelb geschwenkt wird, kommt die Staffel mit einem Geländewagen und zieht das havarierte Fahrzeug von der Fahrbahn in eine Tasche hinter der Leitplanke, von wo das Fahrzeug dann in der Pause oder nach dem Rennen vom Team oder einem Abschlepper abgeholt wird.


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Foto 1: Einsatz der Staffel und Rennarzt (Kontrolle); Im Hintergrund Absicherung durch Doppelgelb; Foto 2: Abholen des Fahrzeugs in der Pause.

Foto 1 veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung von Michael Bock
von www.ringpics.info, vielen Dank!

Hinweis: Da auf www.nordschleifologie.de keine Bilder von Unfällen oder Unfallfahrzeugen auf der Strecke gezeigt werden, wurde das Fahrzeug unkenntlich gemacht.

In der Zwischenzeit wird nochmals mit dem Hauptposten telefoniert, um über den aktuellen Stand des Vorfalls Auskunft zu geben. Wenn ein Teilnehmer, was in diesem Fall nicht passiert ist, in die Leitplanke einschlägt, wird dies extra gemeldet, da zwischen Training und Rennen Schäden an der Leitplanke repariert werden.

Die Staffel räumt das Fahrzeug von der Strecke und sammelt Teile von der Fahrbahn, damit diese nicht die Reifen nachfolgender Fahrzeuge beschädigen oder gar von einem Fahrzeug in Richtung Zuschauer geschleudert werden.

Nachdem die Unfallstelle geräumt und Rennarzt und Staffel sich wieder auf den Weg zu ihrem Standort gemacht haben, werden die Flaggen "eingeholt" und der Rennbetrieb kann wie gewohnt weitergehen. Wenn der Teilnehmer während oder nach dem Unfall Betriebsmittel verloren hat, wird in dem Fall noch die sog. Schmutzflagge (gelb-rot gestreift) gehalten, um nachfolgenden Teilnehmern anzuzeigen, dass Teile der Strecke in diesem Abschnitt noch rutschig sein können.

» 11.45 Uhr: Einführungsrunde
Geführt von einem Intervention Car und gefolgt von einem Rennarzt treten die einzelnen Startgruppen die Einführungsrunde an.

» 12.00 Uhr: Rennstart
Um 12.00 Uhr beginnt das Rennen, ca. zwei bis drei Minuten später passieren die ersten Rennwagen den Posten im Hatzenbach. Während des Rennens gibt es außer zwei Teilnehmern, die mit technischem Defekt (TD) in unserem Abschnitt ausrollen und abgeschleppt werden müssen, keine Vorfälle.

Die Hauptaufgabe der Streckensicherung ist während des Rennens die Absicherung von vorbeikommender Staffel, Intervention Car oder Abschleppwagen mit der weißen Flagge (bei Schleppverband gelbe Flagge) und das Schwenken der blauen Flagge, also das Anzeigen, dass ein schnellerer Teilnehmer von hinten folgt und bald überholen wird.


» 16.00 Uhr: Rennende. Aufräumen und Zusammenpacken
Nach dem Rennen kommt nach dem Zieleinlauf aller Teilnehmer nochmals das Intervention Car vorbei, diesmal mit herausgehaltener grüner Flagge, um anzuzeigen, dass die Strecke wieder freigegeben ist und betreten werden darf. Zwar folgen noch Abschleppwagen und Staffel- bzw. Notarztwagen, diese fahren aber sehr langsam und mit viel Umsicht kann nun die Strecke gesäubert und aufgeräumt werden. Teile von Unfällen werden aufgesammelt und an den Posten gelegt, damit diese dann nachher abgeholt werden können; darüber hinaus wird die Strecke gefegt, damit sie sauber für nachfolgende Veranstaltungen hinterlassen wird.

Das Material am Posten (Feuerlöscher, Ölbindemittel und Besen) wird zusammengepackt und wieder an die Strecke gestellt, wo es dann von einem der Materialwagen eingesammelt und zum Sammelpunkt gebracht wird.

Nachdem der Flaggensatz eingerollt, der Posten aufgeräumt und das Telefon abgeschlossen wurde, fahren die Sportwarte wieder zum Hauptposten.

» 16.30 Uhr: Nachbesprechung am Hauptposten
Nach dem Rennen findet am Hauptposten wieder eine Besprechung statt: Die Nachbesprechung des Rennens. Hier berichtet jeder Sportwart, was während des Tages Besonderes am Posten passiert ist und spezielle Fragen werden besprochen. Dies dient dazu, dass Vorfälle in der Gruppe besprochen werden und jeder von der Arbeit des anderen lernen kann.


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Foto: Nachbesprechung mit dem Abschnittsleiter nach der Rennveranstaltung.

» 17.30 Uhr: Heimfahrt
Nach ca. elf Stunden an der Strecke ist die Arbeit der Sportwarte beendet. Oft schaut man sich noch zusammen ggf. nachfolgende Touristenfahrten an oder trifft sich noch im "Cafe zur Nordschleife" von Rainer Strack in Breidscheid zu 'ner Currywurst mit Pommes!

Etwas zum Schmunzeln: "Von Fahnen und Posten und dem Warten" (Klick!)