GLP, RCN & VLN

Die Gleichmäßigkeitsprüfung, die Rundstrecken-Challenge und die Langstrecke sind Rennserien, die bis auf eine Ausnahme (RCN-Lauf in Spa) ausschließlich auf dem Nürburgring stattfinden.

Auf dieser Seite finden Sie grundlegende Infos zu Konzept und Ablauf der Rennserien.


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GLP, RCN und VLN verbinden interessante Elemente: Die Größe des Starterfeldes und dessen Vielfalt, die Nähe zu den Zuschauern, der Breitensportcharakter und nicht zuletzt der gemeinsame Veranstaltungsort: Die Nordschleife des Nürburgrings.

Allen drei Rennserien ist gemein, dass sie dem Motorsport-Fan auf verschiedenen Stufen die Möglichkeit geben, je nach Zeit und Budget seinem Hobby aktiv nachzugehen. Angefangen bei der GLP, die durch niedrige Nenngebühren und vergleichsweise niedrige Sicherheitsanforderungen vielen den Einstieg in den Motorsport ermöglicht, über die RCN, die dem ambitionierten Amateur-Fahrer die Möglichkeit gibt, professionelle Rennluft zu schnuppern, bis hin zur Langstrecke, die, was Budget, Können, Zeit und Manpower (z.B. Team) angeht, wiederum ganz andere Anforderungen stellt. So ist der Dreischritt GLP-RCN-VLN vor allem bei denen sehr beliebt, die in den Motorsport einsteigen wollen.


GLP: Gleichmäßigkeitsprüfung Nürburgring

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Streckenvariante: Nordschleife (20,832 km)

Die GLP, bei der immer zu zweit, also mit Beifahrer gefahren wird (der dann für das Stoppen der Rundenzeiten zuständig ist), ist keine eigentliche Rennserie, sondern eine Gleichmäßigkeitsprüfung. Bei dieser Art des motorsportlichen Wettkampfs geht es nicht darum, möglichst schnelle Rundenzeiten zu fahren und eine Höchstgeschwindigkeit zu erreichen, sondern darum, in den sog. Setzrunden selbst festgelegte Rundenzeiten möglichst genau in den Bestätigungsrunden zu bestätigen.

Pro Sekunde Abweichung gibt es zehn Strafpunkte, also einen Strafpunkt pro 1/10 Sekunde (bzw. 0,1 Strafpunkte je 1/100 Sek. Abweichung - die Zeitnahme erfolgt auf 1/100 Sekunde genau). Um den Ablauf einer GLP zu veranschaulichen, hier ein Rennschema:

Rundenaufteilung GLP:

Bei der GLP auf der Nordschleife werden insgesamt 12 Runden gefahren.
01. Runde: Einführungsrunde (mind. 11.15 Min., max. 20.00 Min.)

02. Runde: Setzrunde von Turn 1 (mind. 11.15 Min., max. 16.00 Min.)
03. Runde: Erste Bestätigungsrunde von Turn 1
04. Runde: Zweite Bestätigungsrunde von Turn 1
05. Runde: Dritte Bestätigungsrunde von Turn 1

06. Runde: Tankrunde 1
07. Runde: Tankrunde 2
(Runden 06 + 07: jeweils mind. 11.15 Min., gesamt max. 45 Min.)

08. Runde: Setzrunde von Turn 2 (mind. 11.15 Min., max. 16.00 Min.)
09. Runde: Erste Bestätigungsrunde von Turn 2
10. Runde: Zweite Bestätigungsrunde von Turn 2
11. Runde: Dritte Bestätigungsrunde von Turn 2

12. Runde: Auslaufrunde (mind. 11.15 Min., max. 16.00 Min.)
Das Besondere an der GLP ist, dass jeder mit seinem den StVZO-Regeln entsprechenenden und zugelassenen Auto selbst teilnehmen kann. Auf besondere Sicherheitseinrichtungen (Überrollkäfig, Feuerlöschanlage, ...) wird nicht bestanden mit Ausnahme eines Helms, der einer festgelegten Norm entsprechen muss. Natürlich können auch Fahrzeuge teilnehmen, die, wie beispielsweise straßenzugelassene Rennwagen, höhere Sicherheitsbestimmungen erfüllen - diese Erweiterungen müssen aber abgenommen und eingetragen sein, sodass das Fahrzeug der StVZO entspricht. Das macht die GLP zum einen für Einsteiger interessant, die durch Teilnahme (und durch bestimmte Ergebnisse) die Rennlizenz "National A" erwerben wollen, aber auch für die, die einfach kostengünstigen Motorsport betreiben wollen. Der Hauptfaktor bei der GLP ist also die Freude am Motorsport!

» Mehr Informationen zur GLP (Ausschreibung, Reglement, Termine, Forum u.v.m.)
finden Sie unter www.glp1.de (Klick)!



RCN: Rundstrecken-Challenge Nürburgring

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Streckenvariante: Nordschleife (20,832 km)

Die RCN, eine sog. Leistungsprüfung, ist die älteste Tourenwagen-Serie Deutschlands. Diverse Motorsportclubs bilden die "Veranstaltergemeinschaft RCN e.V.", welche sich auf die Fahnen geschrieben hat, bezahlbaren Motorsport anzubieten. Dabei wird nach den Regeln der "Großen" gefahren (Regeln nach DMSB-Handbuch; Fahrerausstattung; Sicherheitsanforderungen an den Rennwagen wie z.B. Überrollkäfig, Feuerlöschanlage, ...); leichte Modifikationen im Reglement erlauben allerdings auch kostengünstige Varianten (z.B. wird kein HANS-System benötigt).

Die Rennfahrzeuge sind in der RCN in verschiedene Klassen eingeteilt, die sich nach Hubraum und Ausstattung bzw. Alter der Fahrzeuge richten und innerhalb derer auch die Wertung erfolgt. Da sich eine RCN-Veranstaltung aus Setz-, Bestätigungs- und Sprintrunden zusammensetzt, die unabhängig von direkten Gegnern gefahren werden, gibt es keine direkten Positionskämpfe auf der Strecke. Die Fahrzeuge werden nacheinander in gewissem Abstand gestartet und fahren unabhängig von den anderen Fahrzeugen gegen die Uhr.

Bei der RCN gibt es zwei Turns und dazwischen zwei Tankrunden, während denen ein Boxenstop zum Nachtanken, aber auch für Fahrer- und beispielsweise Reifenwechsel möglich ist.

Rundenaufteilung RCN
Bei der RCN auf der Nordschleife werden insgesamt 15 Runden gefahren.

Hinweis: Dieses Rennschema ist ein Beispielschema und bezieht sich auf die Startgruppe 2 (roter Punkt). Für andere Klassen gilt ein etwas anderes Rennschema.
Dies trägt unter anderem dazu bei, potentielle Staus an der für die Größe des Starterfeldes relativ kleinen Boxengasse an der Tribüne 13 während der Tankrunden zu vermeiden.
01. Runde: Setzrunde (mind. 08.30 min, max. 14.00 min)

02. Runde: Sprintrunde
03. Runde: Sprintrunde
04. Runde: Sprintrunde
05. Runde: Sprintrunde
06. Runde: Sprintrunde

07. Runde: Bestätigung der Setzzeit

08. Runde: Tankrunde 1
09. Runde: Tankrunde 2

10. Runde: Bestätigung der Setztzeit

11. Runde: Sprintrunde
12. Runde: Sprintrunde
13. Runde: Sprintrunde
14. Runde: Sprintrunde

15. Runde: Auslaufrunde (max. 13 min)
Abweichungen zwischen Setzrunde und Bestätigungsrunde werden mit Strafpunkten pro Sekunde Über- bzw. Unterschreitung geahndet.

Im Gegensatz zur GLP ist die RCN eine Veranstaltung, bei der in den Sprintrunden eine Höchstgeschwindigkeit erzielt werden muss - unter anderem dies macht die RCN zu einer Rennveranstaltung. Das Starterfeld besteht meist aus privat aufgebauten Rennwagen von semi-professionellen Teams, aber auch VLN-Teams sind bei der RCN anzutreffen.

Beispielvideo: Eine Runde RCN (Lauf 6/2009; BMW E36 M3):


Mit freundlicher Genehmigung von Thomas Stilkerieg - vielen Dank!
Homepage von Thomas Stilkerieg (Klick!)

» Mehr Informationen zur RCN finden Sie unter www.r-c-n.com (Klick) und bei Wikipedia (Klick)!



VLN: Langstreckenmeisterschaft Nürburgring

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Die VLN, also die "Veranstaltergemeinschaft Langstreckenpokal Nürburgring", besteht seit 1977 und ist ein Zusammenschluss von zehn Motorsport-Clubs, die je einen Lauf der VLN organisieren und ausschreiben, plus der Nürburgring GmbH als elfter Teilhaber.

Der besondere Reiz der VLN liegt nicht nur an der Strecke, sondern an der Vielfalt der Fahrzeuge. Große, PS-starke GT3-Boliden treten gegen kleinere Fahrzeuge an, die der Zuschauer aus dem normalen Straßenverkehr kennt - Traumautos und (zum Rennwagen umgebaute) Serienautos ergeben die besondere Mischung.

Gefahren wird bei der VLN auf der Kurzanbindung der Grand-Prix-Strecke (Ford-Kurve/Dunlop-Kehre und Michael-Schumacher-S werden also ausgelassen) in Verbindung mit der Nordschleife des Nürburgrings - diese Kombination ergibt eine Strecke von insgesamt 24,358 km.


Fotos mit frdl. Genehmigung von Björn Fey von www.ringfotocenter.de (Klick!) - Vielen Dank!

Foto 1: Positionskampf & Überrundung; Foto 2: Döttinger Höhe; Foto 3: Siegerehrung.

Langstrecke - Faktor Zeit

Die Langstreckenrennen der VLN sind im Gegensatz zu den meisten anderen Rennserien, bei denen eine bestimmte Rundenzahl gefahren werden muss, auf eine Zeitdistanz ausgelegt: Neun der zehn Läufe dauern vier Stunden, einer dauert sechs Stunden.

Weil die Rennen mit vier bzw. sechs Stunden sehr lang sind, wechseln sich meist mehrere Fahrer auf einem Fahrzeug ab, ähnlich wie beim 24h-Rennen. Jedoch kommt es ab und an auch vor, dass ein Fahrer die komplette Renndistanz alleine fährt - dies ist aber sehr anstrengend und von daher auch eher selten.

Ein Vorteil der langen Renndistanz ergibt sich für den Zuschauer dadurch, dass er während eines Rennens verschiedene Zuschauerpunkte an der Nordschleife besuchen kann. Es lohnt sich beispielsweise, sich den Start von einer der Tribünen am Ende der Start- und Zielgerade anzusehen, um dann während des Rennens die Tribüne zu wechseln oder wie gesagt an die Nordschleife zu fahren, um dort den weiteren Rennverlauf zu verfolgen.

Starterfeld und Wertung

Bei der VLN sind die Starterfelder mit maximal 230 Fahrzeugen beim Training und maximal 210 Fahrzeugen beim Rennen sehr groß. Da das Starterfeld nicht aus technisch einheitlichen Fahrzeugen besteht, sondern aus "kleinen" und "großen", werden diese in Klassen eingeteilt, die sich u.a. nach Hubraum und Kraftstoffart richten. In diesen Klassen finden auch die Positionskämpfe und die Wertungen statt. Die "Top-Teams" mit den schnellen Fahrzeugen kämpfen allerdings an der Spitze auch um den Gesamtsieg des Rennens.
Die Punktevergabe erfolgt nach einem festgelegten Raster und richtet sich nach der Stärke der Klasse. Wenn ein Teilnehmer in einer Klasse, in der viele Gegner mitfahren, gewinnt, erhält er dafür mehr Punkte als ein Teilnehmer, der in einer relativ schwach besetzten Klasse gewinnt, ebenso werden die Punkte bei weiteren Platzierungen verteilt.

Zeitplan und Rennablauf

Zeitplan eines VLN-Samstags
Der Zeitplan eines VLN-Samstags ist immer gleich, allerdings sind Abweichungen durch Rahmenprogramm oder wetterbedingte Verschiebungen möglich.
- Zeittraining: 08.30 - 10.00 Uhr
- Rennstart: 12.00 Uhr
Qualifying
Das Qualifying (Zeittraining zur Ermittlung der Startaufstellung) dauert 1 1/2 Stunden, in denen jeder Fahrer mindestens eine Runde auf seinem Fahrzeug gefahren haben muss.

Start
Die bis zu 210 Fahrzeuge starten im Abstand von je 2 1/2 Minuten in drei Startgruppen. Jeder der drei Startgruppen geht ein Streckensicherungsfahrzeug voraus, das die Teilnehmer in der Einführungsrunde über die Strecke führt. Dann erfolgt ein fliegender Start: Das Führungsfahrzeug biegt nach der Einführungsrunde in die Boxengasse ein, die Teilnehmer fahren langsam auf die Startlinie zu, und wenn die Ampel auf Grün springt, ist das Rennen gestartet. Gleichzeitig beginnt eine Uhr, die neben der Startampel angebracht ist, die jeweilige Zeitdistanz rückwärts zu zählen.

Rennen
Die Rennen der VLN sind nicht wie "normale" Rennserien auf eine bestimmte Rundenzahl angesetzt, sondern enden dann, wenn eine bestimmte Zeitdistanz erreicht ist. Neun der zehn VLN-Läufe sind auf vier Stunden angesetzt, einer auf sechs Stunden Länge.
Während den Boxenstopps, bei denen die Fahrzeuge getankt und Reifen gewechselt werden, wechseln meist auch die Fahrer. Eine Ausnahme bilden hierbei die sog. Splash-and-Dash-Stopps, bei denen gegen Rennende nur schnell noch aufgetankt wird, um die restliche Renndistanz problemlos bestreiten zu können.

Rennende
Das Rennen ist beendet, wenn der Führende, also derjenige, der bis dahin die meisten Runden gefahren hat, nach Ablauf der vier bzw. sechs Stunden die Ziellinie überfährt. Würde der Führende die Ziellinie auch nur eine Sekunde vor Ablauf der Zeit überfahren, müsste er nochmals eine komplette Runde fahren, bis er dann als Sieger abgewunken und das Rennen beendet werden kann. Eine erste Siegerehrung findet direkt im Anschluss an das Rennen am Siegerpodest der Grand-Prix-Strecke statt. Die große Siegerehrung, bei der auch Wertungsgruppen- und Klassensieger bzw. auch die anderen Platzierungen ihre Pokale überreicht bekommen, findet am frühen Abend öffentlich im Eifel-Stadl statt.

Tipps für Zuschauer

Rund um den Nürburgring wird der Streckensprecher auf der Frequenz 87,7 live über Radio Nürburgring übertragen, ebenso ist es mit einem tragbaren DVB-T-Empfänger möglich, Live-Bilder von bestimmten Stellen der Strecke zu empfangen und den aktuellen Stand des Rennens zu verfolgen. Vor allem für Zuschauer, die das Rennen an der Nordschleife verfolgen, lohnt es sich also, entweder ein tragbares Radio oder einen tragbaren DVB-T-Empfänger mitzunehmen!

Wegbeschreibungen zu den Zuschauerpunkten an der Nordschleife finden Sie hier (Klick)!

Die Siegerehrung, die ca. 90 Minuten nach dem Ende des Rennens im Eifel-Stadl stattfindet, kann auch von Zuschauern besucht werden. Hier haben Sie die Möglichkeit, viele Fahrer der Langstreckenmeisterschaft zu treffen!

Beispielvideo: Eine wirklich spannende Runde zeigt den Kampf
zwischen Frikadelli-Porsche und Mintgen-Viper (VLN Lauf 1/2009)


Quelle: www.race-media.tv Motrosport Videoproduktionen (Klick!).
Mit freundlicher Genehmigung von Thomas Diefenhardt (www.race-media.tv (Klick!)) - Vielen Dank!

» Mehr Informationen zur VLN finden Sie unter www.vln.de (Klick) und bei Wikipedia (Klick)!

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