Die Geschichte...

... des Rings ist genauso interessant wie umfangreich. Hier finden Sie die wichtigsten Daten und Ereignisse im Rückblick der letzten mehr als 85 Jahre!







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Die Geschichte der schönsten Rennstrecke der Welt

Oft schon wurde über die Geschichte des Nürburgrings geschrieben - um einen Überblick zu geben, ist hier die Zeit von Beginn der Idee bis heute in verschiedene Abschnitte aufgeteilt. Natürlich geht diese Seite nicht zu stark ins Detail, sondern soll einen Eindruck vermitteln, wie aus Rennen auf öffentlichen Straßen der Nürburgring geworden ist, den wir heute kennen.

Diese Seite wird noch um weitere Epochen der Geschichte des Rings erweitert.

Die Entstehung einer Idee

Von Straßenrennen zum Nürburgring: Die Jahre 1900 - 1925
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es in Deutschland noch keine vom Straßennetz unabhängigen, geschlossenen Rennstrecken. Auto"rennen" wurden auf öffentlichen Straßen veranstaltet, die hierfür gesperrt wurden - die immer schneller werdenden Rennwagen wurden jedoch bald zu einer Gefahr für die Bewohner der Dörfer, durch die die Rennen führten. Nach dem 1. Weltkrieg kam die Idee auf, für diese Rennveranstaltungen eigene, geschlossene Rennbahnen zu bauen: Die Idee einer Rennstrecke, wie wir sie heute kennen, war geboren. 1921 wurde mit der Berliner AVUS (Automobil-Verkehrs- und Übungsstraße) die erste geschlossene Rennstrecke in Europa gebaut. Dies war ein Meilenstein in der Entstehung des Automobilsports und Grundstein für die Idee, auch andernorts eine Rennstrecke zu bauen - so auch am Nürburgring.

Erste Ideen und Pläne für eine Rennstrecke in der Region rund um Koblenz waren schon erstellt, da hatte Hans Weidenbrück aus Bonn die Idee, schon bestehende Straßen rund um Adenau zu einer Rennstrecke zusammenzufügen. Er kommunizierte diese Idee mit Dr. Otto Creutz, dem damaligen Landrat des Landkreises Adenau (1932 aufgelöst), der sofort von dieser Idee begeistert war: Zum einen war der Bau einer Rennstrecke für den damals strukturell und konjunkturell sehr schwachen Kreis Adenau und die gesamte Eifel wegen der Beschäftigungsmöglichkeit für viele Arbeitslose ein Segen, zum anderen konnte durch die Rennstrecke aber auch der Tourismus, einer der einzig reellen Sektoren, angeregt werden. Hohe Arbeitslosigkeit prägte den damals ärmsten Landkreis Preußens, und so kam die "Notstandsarbeit" bzw. "Erwerbslosenfürsorge" im Landkreis Adenau gerade zur rechten Zeit.

Die Idee nahm also ihren Lauf: Landrat Dr. Creutz wollte eine eigenständige Strecke, die in sich geschlossen war und teils auf neuen Wegen durch die Eifellandschaft führte, was also über die Idee von Hans Weidenbrück, vorhandene Straßen zusammenzuführen, hinausging. Nach vielen, vielen Planungen, Ortsbegehungen, Genehmigungen und Sitzungen konnte schon nach relativ kurzer Zeit am 27. September 1925 der Grundstein für den Nürburgring gelegt werden - mit ersten Maßnahmen, beispielsweise Geländearbeiten, wurde jedoch schon im April 1925 begonnen. Rund 2300 Arbeiter aus der Region, aber auch von weiter her fanden im Rahmen der Notstandsarbeit für zwei Jahre Brot und Lohn. Nach nur 1 3/4 Jahren Bauzeit - angesichts der Länge der Strecke und der topographischen Schwierigkeiten im Vergleich zu anderen Strecken eine Rekordzeit - war die "Erste Deutsche Gebirgs-, Renn- und Prüfstrecke" fertiggestellt. Am 18. und 19. Juni 1927 fanden die Eröffnungsfeier und die ersten Rennen statt - am 18. Juni ein Motorradrennen und am 19. Juni das ADAC Eifelrennen, das bekanntermaßen der damals 26jährige Rudolf Caracciola aus Remagen gewann.

Rennfahrerlegenden und große Schlachten in der Eifel

Der Nürburgring ist ein riesen Erfolg: Die Jahre 1928 - 1939
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Der Nürburgring und der Krieg

Von aktiver und passiver Zerstörung: Die Jahre 1940 - 1945
Durch den Ausbruch des 2. Weltkriegs kam der Motorsport zum Erliegen - wie auch alle Aktivitäten am Nürburgring. Das letzte Rennen fand 1939 statt, danach wurden alle Rennaktivitäten eingestellt.

Während des Krieges lag die Strecke an sich brach, was dazu führte, dass sie immer mehr verkam: die Sträucher und Büsche neben der Strecke wuchsen bis auf selbige (damals gab es noch keine breiten Randstreifen, nach dem Motto "Hecke auf, Hecke zu" war die Eifelbepflanzung die Streckenbegrenzung), der Fahrbahnbelag wurde durch die mangelnde Pflege und Instandsetzung auch beschädigt. Die Beschäftigten am Nürburgring wurden eingezogen, durch den fehlenden Rennbetrieb war auch kein Geld vorhanden, mit dem die Strecke hätte instand gehalten werden können.

Als würde diese "passive Beschädigung" als Kriegsfolge nicht reichen, kamen noch weitere Beschädigungen hinzu. Als erstes wäre hier die Nutzung der Haupttribüne bzw. des Sporthotels "Tribüne" als Lager für Bombenopfer bzw. im späteren Kriegsverlauf als Lazarett zu nennen. Als die Alliierten dann 1945 während ihres Vormarsches Richtung Rhein die Eifel durchquerten, wurde auch der Nürburgring in Mitleidenschaft gezogen. Die Strecke wurde von den Panzern als Vormarschstraße benutzt - unter den Ketten der schweren Panzer litt der Streckenbelag schwer. Darüber hinaus wurden die Gebäde an Start und Ziel schwer beschädigt: besonders das Sporthotel und die Verwaltungsgebäude waren betroffen. Ein Gebäude, in dem die Rennleitung und die Presse untergebracht waren, ging in Flammen auf, die anderen durch die Besetzung schwer in Mitleidenschaft gezogen. Baupläne, alte Fotos, Urkunden, Datenblätter - all diese unschätzbaren historischen Dokumente verbrannten oder wurden mitgenommen. So tauchten viele Bilder vom Bau des Nürburgrings später wieder in Amerika auf.

Nun stand das Leben am Nürburgring still - durch die Hilfe der Franzosen, die nach dem Krieg Besatzungsmacht u.a. in der Eifel waren, kam der Nürburgring wieder auf die Beine.

Wiederaufbau - auch am Ring

Wiederaufbau und das Neuerwachen des Motorsports: Die Jahre 1946 - 1950
Die Situation nach dem Krieg: jegliche Aktivitäten am Nürburgring waren schon lange vorbei, die Strecke und die Bauten teilweise zerstört, ob durch die Folgen des Krieges oder dadurch, dass die Strecke während des Krieges nicht gepflegt bzw. instand gehalten werden konnte. Keiner glaubte mehr daran, dass am Ring bald wieder Motorsport stattfinden könnte!

Aber es kam anders. Die französische Besatzungsmacht beauftragte das Land Rheinland-Pfalz mit dem Wiederaufbau der Strecke. Gegen Ende des Jahres 1946 begannen die Arbeiten, zuerst war die Start- und Zielschleife an der Reihe, gleichzeitig auch die Südschleife. Die Strecke wurde umfangreich wiederhergestellt, ebenso die dortigen Gebäude. Und so kam es, dass der Motorsport in der Eifel wieder auflebte: schon am 27. Juli 1947 hätte das erste Nachkriegsrennen stattfinden können, jedoch wurde es kurz vorher doch abgesagt. 1947 ging es dann mit dem Eifel-Pokal-Rennen auf der Südschleife am 17. August wieder richtig los. Wie vor dem Krieg kamen massenweise Zuschauer an den Ring, ungeachtet der persönlichen Umstände der Besucher: Treibstoff war damals knapp, ebenso gab es wenige Privatautos. Der Ring hat nichts von seiner Faszination verloren, der Motorsport hatte nichts eingebüßt, es ging wieder los: Durch die Wiedereinnahmen konnte 1948 auch die Nordschleife wiederhergestellt werden und später für den Motorsport wieder freigegeben werden.


Sicherheitsdiskussionen und große Umbaumaßnahmen

Die Nordschleife wird modernisiert: Die Jahre 1970-1976
Nach einigen tödlichen Unfällen auf anderen Strecken Mitte/Ende der 1960er Jahre boykottierten die Formel-1-Fahrer im Jahr 1970 den Nürburgring, weil er ihnen in Sicherheitsfragen nicht mehr zeitgemäß und für die immer schneller werdenden Formel-1-Boliden zu gefährlich erschien. So kam es ab 1970/71 zu weitreichenden Umbaumaßnahmen an der Strecke.
Mehr über die damalige Situation und die Umbau-/Modernisierungsmaßnahmen am Ring finden Sie auf der Seite zu Umbauten am Ring (Klick!).

Umbruch und Neuorientierung

Pläne für eine neue Strecke und die Realisierung: Die Jahre 1976-1984
Mitte der 70er Jahre wurden, geprägt von den Sicherheitsdiskussionen, Rufe nach einer Kurzstrecke am Nürburgring laut. Im Vergleich zu Nordschleife "kurze" Kurse, wie beispielsweise der Hockenheimring, wurden immer beliebter: Der Zuschauer sollte von seiner Tribüne aus möglichst viel vom Rennen mitbekommen, die Rundenzahl sollte steigen - eine kürzere Strecke musste her.

Erste Pläne wurden vorgelegt, die meisten von Ihnen zeigten einen Rundkurs an der Stelle der Start- und Zielschleife, dessen Strecke aber auch in das Gebiet der Südschleife hineinragte. Nachdem mehr und mehr an den Plänen gefeilt und verändert wurde, stand ein Kurs fest, dessen Grundsteinlegung am 30. November 1981 durch den damaligen Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz, Dr. Bernhard Vogel, erfolgte. Bis Ende 1982 gab es noch Motorsport auf dem alten Nürburgring, dann, Ende 1982, wurde begonnen, die Anlagen an Start und Ziel abzureißen und die neue Grand-Prix-Strecke zu bauen. Im Frühjahr 1983 war die Direktanbindung zwischen dem Ausgang der Hohenrain-Schikane und Eingang Hatzenbach, ca. an der Stelle, an der sich vorher die Nordkehre befand, fertig, somit war trotz des Baus der Grand-Prix-Strecke weiterhin Motorsport am Nürburgring möglich. Diese Anbindung gibt es noch heute, sie liegt vor der Tribüne T13 - diese Streckenvariante wird beispielsweise bei GLP, RCN und auch bei Touristenfahrten verwendet.

Am 12. Mai 1984 konnte die Grand-Prix-Strecke des Nürburgrings feierlich eröffnet werden. Ayrton Senna, der damals noch weitgehend unbekannt war, gewann das Eröffnungsrennen - ein Schaurennen, das mit 21 identischen Mercedes 190E gefahren wurde, pilotiert von damals bekannten Rennfahrern. Tipp: Den Siegerwagen dieses Rennens können Sie im ring°werk sehen!