Das 24h-Rennen

Das 24h-Rennen ist der Höhepunkt des Rennkalenders am Nürburgring, gleichzeitig aber auch Volksfest des Motorsports.

Motorsportliche Vielfalt in vielerlei Hinsicht: 24h-Rennen am Nürburgring.



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24 Stunden, nicht von dieser Welt

Marathon zweimal rund um die Uhr, Volksfest des Motorsports, Ort von Renngeschichten, Abenteuern und Tragödien: Das 24h-Rennen am Nürburgring fasziniert sowohl Fahrer, Boxencrew als auch Zuschauer. Seit 1970 wird das Rennen einmal im Jahr ausgetragen, 2012 fand es vom 17. bis zum 20. Mai zum 40. Mal statt.


Logo des 24h-Rennens am Nürburgring - (c) ADAC Nordrhein
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Höhepunkt des Breitensports

Durch die hohe Anzahl an Amateurteams, die den Fans zum Großteil aus der VLN bekannt sind, zeigt sich ein großer Unterschied zu beispielsweise den 24h von Le Mans, bei denen meist Werksteams mit speziell für das Rennen entwickelten Hochleistungsboliden teilnehmen. So findet man im Starterfeld der 24h am Nüburgring, begünstigt durch das Reglement, viele Fahrzeuge, mit denen sich die Fans an der Strecke identifizieren können, da es von Hand vom Serien- zum Rennfahrzeug umgebaute "Alltagsautos" sind, die man auch im normalen Straßenverkehr finden kann, wie beispielsweise BMW E36 & E46, Opel Astra, Ford Focus, Ford Fiesta, Honda S2000 usw.

Viele Fahrzeuge haben mittlerweile Kult-Charakter bei den Fans. So zählen zu den Publikumslieblingen unter vielen anderen der Schall-Astra, die "Frikadelle", der Opel Manta oder auch der sog. "Eifelblitz" von Scheid Motorsport, der 2010 allerdings leider nicht am Rennen teilnehmen wird.

Neben den "Privatiers", also den semi-professionellen Fahrern, findet man im Starterfeld aber auch mehr und mehr hochkarätige Namen des Motorsports wie beispielsweise Hans-Joachim Stuck, Marcel Tiemann, Andy Priaulx oder auch Augusto Farfus, die meist auf (teils werksunterstützten) Top-Fahrzeugen wie Audi R8, Porsche 997 GT3 RS oder auch BMW Z4 GT3 unterwegs sind.


Historie des 24h-Rennens am Nürburgring

Ausgetragen wird das 24h-Rennen am Nürburgring seit 1970 - dieses erste 24h-Rennen gewannen damals Clemens Schickentanz und Hans-Joachim Stuck, der nach zwei weiteren Siegen (1998/2004) auch heute immer noch am Rennen teilnimmt, auf einem BMW 2002 TI. Weltbekannte Namen des Motorsports wie Niki Lauda, Klaus Ludwig, Emanuele Pirro, Joachim Winkelhock, Timo Scheider oder auch Marcel Tiemann konnten sich in den vergangenen 40 Jahren in die Siegerliste eintragen.

Von 1970 bis 1982 wurde das 24h-Rennen auf der Nordschleife, in notwendiger Verbindung mit der Start- und Zielschleife, ausgetragen, seit 1984 findet es auf der Nordschleife in Verbindung mit der GP-Strecke des Nürburgrings statt.

Insgesamt dreimal konnte das 24h-Rennen nicht stattfinden: 1974 und 1975 wegen der Ölkrise und 1983 wegen der Umbauarbeiten zur Grand-Prix-Strecke.

Fast schon legendär ist beispielsweise das 24h-Rennen 2007, das aufgrund starken Nebels in der Nacht unterbrochen werden musste. Schon am Tag zuvor, kurz vor dem Start, wütete ein Unwetter mit Gewitter und Starkregen über der Hocheifel, sodass der Start um zwei Stunden verschoben werden musste.


Gefahrene Strecke und Rennablauf

Gefahren wird das 24h-Rennen auf einer 25,378 km langen Kombination aus Grand-Prix-Strecke und Nordschleife. Die Grand-Prix-Strecke wird hierbei allerdings nicht vollständig genutzt: Die Fläche der Mercedes-Arena wird als (wegen der vielen Teams der zahlreichen Rennveranstaltungen notwendigen) Erweiterung des Fahrerlagers genutzt, dafür wird das sog. Yokohama-S gefahren, das von der Start- und Zielgeraden direkt auf die kurze Gerade zwischen Mercedes-Arena und Ford-Kurve führt (s. Foto).


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Foto 1: Das Yokohama-S (hier bei den 24h), aufgenommen von der Bilstein-Tribüne.

Im Gegensatz zu den Langstreckenrennen der VLN wird bei den 24h jedoch auch die Dunlop-Kehre genutzt: Hierdurch wird eine Streckenlänge von über 25 km erreicht, um dem mit über 200 Fahrzeugen doch sehr großen Starterfeld gerecht zu werden.

Gestartet wird, wie bei den Langstreckenrennen der VLN, in drei Startgruppen, die nach einer Einführungsrunde über die gesamte Strecke in wenigen Minuten Abstand gestartet werden. Gerade die Einführungsrunde ist bei den 24h am Nürburgring etwas ganz besonderes, da während dieser in manchen Abschnitten die Fans an die Strecke dürfen, um die (langsam vorbeifahrenden) Rennwagen aus nächster Nähe zu sehen und die Fahrer zu grüßen. Diese Tradition musste allerdings aus Sicherheitsgründen immer weiter eingeschränkt werden.


Aufteilung in Klassen

Da sich die Rennwagen in Aufbauart, Motorenaufbau, Kraftstoffart, Leistung usw. doch sehr stark unterscheiden, werden diese in verschiedene Klassen eingeteilt. Die Top-Teams an der Spitze fahren natürlich um den Gesamtsieg, innerhalb der Klasse ist der Gesamtrang zwar wichtig, jedoch wird hier eher um den Klassensieg bzw. um die Platzierung in der jeweiligen Klasse gefahren.


Volksfest rund um die Strecke

Einen ganz besonderen Charakter bekommt das 24h-Rennen am Nürburgring nicht zuletzt durch die rund um die Strecke campierenden Fans. Schon ab Montag vor dem eigentlichen Rennwochenende bauen die ersten Fans und Fangruppen ihre Zelte auf und warten gespannt auf die ersten Rennveranstaltungen am Donnerstag.

Besonders an beliebten und gut erreichbaren Zuschauerpunkten (Hatzenbach, Adenauer Forst, Wehrseifen bis Breidscheid, Klostertal/Karussell bis Brünnchen, Pflanzgarten bis Schwalbenschwanz) wird dem Besucher die ganz besondere Atmosphäre bewusst - tagsüber, vor allem aber in den Abendstunden lohnt eine Wanderung an diesen Zuschauerplätzen besonders, vor allem vom Brünnchen bis ins Caracciola-Karussell.

Auf den Zeltplätzen herrscht Partystimmung, da die Fans durch Aggregate dauerhaft mit Strom versorgt sind und dadurch teilweise große Musikanlagen laufen lassen können. Mit allem ausgestattet und mit viel Improvisationstalent sind die Fans für das verlängerte Rennwochenende bestens gerüstet!


Abenteuer in der Box und an der Strecke

Durch die Schwierigkeit der Nordschleife, vor allem aber auch durch die Tatsache, dass das Rennen auch in der Nacht läuft, passieren während den 24h am Nürburgring einige Unfälle, da gerade die Nachtfahrt höchste Anforderungen an Fahrer und Verantwortliche, hier vor allem die Marshalls an der Strecke, stellt.

Je nachdem, wie schwerwiegend sich ein Unfall auf das Fahrzeug ausgewirkt hat, rentiert sich - im Gegensatz zu den im Vergleich sehr kurzen, vierstündigen Langstreckenrennen - eine Reparatur noch während des Rennens. Unfalltechnisch am gefährlichsten ist die Nacht: Betriebsmittelspuren, verunfallte Wagen, Teile auf der Strecke sind hier sehr schlecht zu erkennen, zudem lässt bei langer Nachtfahrt bei dem ein oder anderen Fahrer auch die Konzentration nach und die Müdigkeit stellt sich ein. So tauchen vor allem in den Morgenstunden teilweise sichtbar reparierte und wiederhergerichtete Rennwagen im Starterfeld auf, die in der Nacht verunfallt sind und dann in der Box wieder für das Rennen fitgemacht wurden.

Einen Eindruck vom 24h-Rennen in der Nacht aus Fahrersicht können Sie sich in diesem Video machen. Das zracingteam nimmt Sie mit auf eine Runde in der Dunkelheit, aufgenommen während des 24h-Rennens 2009: Klick!


Wissenswertes rund um das 24h-Rennen

- Gefahrene Strecke
Die gefahrene Strecke ist eine 25,378 km lange Kombination aus GP-Strecke (ohne Mercedes-Arena; mit Motorrad-Variante der NGK-Schikane) und Nordschleife.

- Teilnehmerzahl
Zum Training sind 230 Teilnehmer zugelassen, zum Rennen 210 Fahrzeuge.

- Startprozedere
Die Einführungsrunde erfolgt in drei Startgruppen zu je 70 Fahrzeugen, der Start selbst erfolgt fliegend. Das bedeutet, dass der Start dann freigegeben ist, wenn das Führungsfahrzeug nach der Einführungsrunde in die Boxengasse eingebogen ist und die Startampel dann auf Grün springt.

- Fahrerzahl und -wechsel
Auf einem Fahrzeug fahren mind. 2, max. 4 Fahrer. Die Fahrer wechseln nach max. 2,5h Fahrzeit während der Boxenstopps. Manche Fahrer fahren sogar auf zwei Fahrzeugen.

- Top-Fahrzeuge-Markierung
Die schnellsten Fahrzeuge des Trainings sind im Rennen an blauen Blitzdioden zu erkennen, die an der Frontscheibe (Beifahrerseite oben) angebracht sind. Dadurch sind diese von anderen, langsameren Teilnehmern sowohl am Tag, als auch in der Nacht gut zu erkennen, was Überrundungsmanöver vereinfacht.
Hinweis: Wieviele Fahrzeuge mit den blauen Lichtern ausgestattet werden, variiert von Jahr zu Jahr, je nach Stärke des Feldes. Die Zahl wird dann im Reglement ausgeschrieben.

- Gesamtfahrleistung in 24h
Der Siegerwagen des 24h-Rennens 2010 fuhr insgesamt 154 Runden, was eine Gesamtfahrleistung von über 3900 km ergibt.

- Flaggensignale
Da die Flaggensignale der Sportwarte in der Nacht nicht zu erkennen wären, werden statt dessen in der Dunkelheit spezielle Lichttafeln eingesetzt, die in den entsprechenden Farben die Flaggensignale ersetzen.

- Flaggensignal Gelb/Doppelgelb
Anders als beispielsweise bei den Langstreckenrennen der VLN wird bei den 24h vor einer gelben Flagge (die ggf. wiederum als "Vorankündigung" von Doppelgelb benutzt wird) eine gelbe Flagge gehalten.
Mehr zur Streckensicherung und zur Flaggenkunde finden Sie hier: Streckensicherung (Klick!)!


Insidertipps für Zuschauer

- Fahrerlagerspaziergang
Noch vor dem Rennen, also Do/Fr/Sa morgen, ist ein Gang durch das Fahrerlager zu empfehlen. Hier können Sie die Fahrzeuge der verschiedenen Rennserien hautnah erleben, Fahrerlager-Luft schnuppern und vielleicht dem ein oder anderen Top-Fahrer begegnen!

- Einführungsrunde
Während der Einführungsrunde ist es an manchen Zuschauerpunkten möglich, an die Strecke zu gehen, um den Fahrern zuzuwinken und die Wagen hautnah zu erleben.

- Start des 24h-Rennens
Es ist empfehlenswert, sich den Start an der GP-Strecke anzusehen. Besonders auf den Tribünen T4 (Bilstein-Tribüne) und T4a (Mercedes-Tribüne), beide am Ende der Start- und Zielgeraden gelegen, können Sie den Start sehr nah erleben. Hier müssen Sie allerdings darauf achten, sich schon früh einen guten Platz zu suchen, da der Start dort sehr beliebt bei den Zuschauern ist!

- Wanderung während des Rennes
Während des Rennens, vor allem in den Abendstunden, ist es sehr interessant, an der Nordschleife den Bereich Brünnchen bis Caracciola-Karussell zu besuchen. Dort können Sie direkt an der Strecke entlang wandern und die Party der vielen campierenden Fans, die die besondere Atmosphäre des 24h-Rennens mit ausmacht, live erleben.
Da das 24h-Rennen sehr lange dauert, haben Sie als Besucher genug Zeit, viele Abschnitte der GP-Strecke und der Nordschleife zu besuchen. Die Wege zu den Zuschauerplätzen rund um die Strecke finden Sie unter Zuschauerwege (Klick!)!

- GP-Strecke/Hatzenbach
Die T12/T12a an der GP-Strecke (Fahrerlager-Tribüne) bietet sich sowohl tagsüber als auch nachts an, da Sie von dort einen guten Blick auf die GP-Strecke (Abschnitte Advan-Bogen/NGK-Schikane/Anbindung Nordschleife) haben. Darüber hinaus sehen Sie von dort aus bis zum Ausgang T13/Hatzenbach und die dort liegenden Campingplätze.

- Boxenstopps in der Nacht
Die Boxenstopps und allgemein das Treiben in der Boxengasse ist vor allem in der Nacht sehr interessant zu beobachten. Hierfür bietet sich die T3 (BMW-Tribüne/Haupttribüne) an, da sie direkt gegenüber der Boxengasse liegt.

- Zieleinlauf
Wenn Sie zum Ende des Rennens an der GP-Strecke sind, setzen Sie sich zum Zieleinlauf am besten auf die T3 (BMW-Tribüne/Haupttribüne). Die Teammitglieder stellen sich zum Zieleinlauf jubelnd an die Boxenmauer, um die Fahrzeuge zu begrüßen und das Ankommen zu feiern. Sehenswert!


Sehenswert: "24 hours in 19500 frames" von stereoscreen
stereoscreen, eine Film- und Musikproduktionsfirma mit tollen Projekten, hat einen eigenen Film zum 24h-Rennen 2010 gedreht. Dieser Film zeigt wie kein anderer Emotionen und Impressionen vom 24h-Rennen. Absolut sehenswert!
Link zum Film "24 hours in 19500 frames" auf vimeo.com (Klick!)
Link zur Seite www.stereoscreen.de (Klick!)


Viele Infos zu Camping, Tickets, Fahrer, Fahrzeuge, darüber hinaus Insiderinfos, Bilder, Videos, Vorberichte und vieles, vieles mehr finden Sie auf der Hauptseite des ADAC zum 24h-Rennen: www.24h-rennen.de (Klick!)! Hier finden Sie auch den Zeitplan des Rennwochenendes.


Links und Infos zum 24h-Rennen
Hauptseite 24h-Rennen des ADAC (Klick!)
Ring1.de - Infoportal mit Schwerpunkt VLN/24h (Klick!)
Sportwarte-Liveticker (Klick!)

Nützliche Infos auf nordschleifologie.de:
Wege zu den Zuschauerplätzen (Klick!)
Infos zur Streckensicherung, Flaggenkunde und Postenkarte (Klick!)